Gedichte & Lieder

 

Das König-Ludwig-Lied

Auf den Bergen wohnt die Freiheit
Auf den Bergen ist es schön
Wo des Königs Ludwig Zweiten
Alle seine Schlösser stehn.

All zu früh mußt' du dich trennen
Fort von deinem Lieblingsplatz.
Neuschwanstein, stolze Feste
Warst des Königs höchster Schatz!

All zu früh mußt' er von dannen
Man nahm ihn fort mit Gewalt
Gleich wie Babarn hams dich behandelt
Und fortgeführet durch den Wald.

Mit Bandarsch und Kloriformen
Traten sie behendig auf.
Und dein Schloß mußt du verlassen
Und kommst nimmermehr hinauf!

Nach Schloß Berg hams dich gefahren
In der letzten Lebensnacht
Da wurdest du zum Tod verurteilt
Noch in derselben grauen Nacht.

Und geheime Meuchelmörder
Deren Namen man nicht kennt
Habens ihn in 'See 'neingstessen
Indem sie ihn von hint'n angerennt.

Lebe wohl Du guter König
In dem kühlen Erdenschoß
Von dort droben kannst du nicht mehr
Runter in dein stolzes Schloß!

Ja du bautest deine Schlösser
Zu des Volkes Wohlergehn.
Neuschwanstein, das allerschönste
Kann man noch in Bayern sehn!
 

Unsterblicher König

Du wandelst durch der Schlösser stille Räume,
wenn nachts das Sternenheer am Himmel steht.
Und träumst unsterblich schöne Träume,
doch ist von Einsamkeit Dein Geist umweht.

Dich grüßen mondbeglänzt die Bilder alle,
nachlauschend lang verklung'nem Ruf.
Der Estrich tönt in leisem Wiederhalle
vom Schritt des Königs der dies alles schuf.

Die Pöllath rauscht, in Linderhof wohnt Frieden,
um Herrenchiemsee lispelt leis' die Flut.
Er aber sucht allnächtlich ohn' ermüden,
vergang'nes Glück, wie es die Sehnsucht tut.

Dann sitzt im Schlitten er und in die Lande,
die einst sein eigen, jagt er stumm hinaus.
Und unerkannt, in ärmlichem Gewande,
tritt er als später Gast in manches Haus.

Da lauscht er still, wie Holzknecht, Jäger, Bauer
vom Märchenkönig leise Kunde gibt.
Es schwingt in jedem Wort geheime Trauer,
der König spürt wie ihn sein Volk noch liebt.

Und während nun die trutzigen Gesellen
von Ludwigs Tode sprechen voller Weh,
da rauschen her die aufgeregten wellen
und senden unaufhörlich ihre Totenklage weit über den See.
 

Das Herz des Königs in Altötting

Ruhe aus nun, Königsherz,
eingewiegt von dunkler Welle.
Schenk' die Sehnsucht, schenk' den Schmerz,
der Altöttinger Kapelle.

Auf Dich, mild hernieder schaut,
jene, die so viel gelitten.
Wer sein Herz ihr anvertraut,
der wird nie vergeblich bitten.

Schenk' Dein Herz dem Volke auch,
das Dich schmerzlich lang entbehrte,
das Dich, bis zum letzten Hauch,
treu als seinen König ehrte.

Hier steigt Beten himmelwärts.
Volkesliebe, unermessen,
steht als Wache um Dein Herz,
König, Du bist nicht vergessen.

Ruhe aus nun, Königsherz,
eingewiegt von dunkler Welle.
Schenk' die Sehnsucht, schenk' den Schmerz,
der Altöttinger Kapelle.