Schloß Linderhof
Das "Rokoko-Juwel" Schloß Linderhof ist das einzigste der drei
Königsschlösser, das zu Lebzeiten des Königs fertiggestellt wurde
und das er auch während der letzten acht Jahre seines Lebens wiederholt bewohnte.An jener abgelegenen Stelle des Graswangtales befand sich ursprünglich nur ein Jagdhaus König Maximilians II., welches der junge König nach dem Tod seines Vaters erbte. Anfänglich sollte nur dieses Häuschen ausgebaut werden aber unter dem Decknamen 'Meicost Ettal' (ein anagrammatisches Buchstabenspiel des Ausspruchs Ludwigs XIV. von Frankreich: "L'état cèst moi.") entstand schließlich ein eigenständiges Schlösschen. Bereits 1869 begann man mit den Vorarbeiten und der Anlage des Gartens. 1870 erfolgte dann der erste Anbau an das "Königshäuschen", es war ein hölzernener Ständerbau auf einem steinernem Sockel. Das Schloß selbst entstand in 9jähriger Gesamtbauzeit, aber nicht etwa nach einer fix und fertigen Baukonzeption, sondern es entwickelte sich aus eine ganzen Reihe An- und Umbauten. Bauleiter war der königliche Hofbaumeister Georg Dollmann. Die erste Bauphase umfasste das blaue Kabinett mit Speisezimmer und das rosa Kabinett. Als weiterer Anbau erfolgte schließlich das erste Schlafzimmer. Es war etwas kleiner, als es sich heute dem Besucher darbietet. Gewissermaßen als Pendant bekam der Anbau einen zweiten Seitenflügel, welcher bis 1872 vollendet wurde. 1874 wurde das alte Jagdhäuschen schließlich abgebrochen und etwa 150m weiter westlich wieder aufgebaut. Im Anschluß daran erfolgte dann der Ausbau von Vestibül, Treppenhaus sowie der beiden Gobelinzimmer und des Spiegelsaals. In seiner Innenausstattung erstrahlt das Schloß im Glanz des französischen Spätbarock und Rokoko, eine Hommage an den von Ludwig bewunderten französischen Sonnenkönig. Aus diesem Grund findet man im ganzen Schloß immer wieder Symbole der Bourbonenherrscher und in den Prunkzimmer befinden sich ausschließlich Portraits des französichen Hochadels. Der größte Raum in Linderhof ist das prächtige Schlafzimmer, welches dem Paradeschlafzimmer Ludwigs XIV. nachempfunden ist. Dieser Raum wurde während der Bauzeit immer wieder vergrößert und verschönert. Im Speisezimmer verbirgt sich das inzwischen weltbekannte "Tischlein-Deck`-Dich", einen versenkbaren Tisch, welches dem König erlaubte zu speisen, ohne von der Dienerschaft gestört zu werden. Faszinierend ist auch der Spiegelsaal mit seinen Endlosreflektionen und der daraus resultierenden Raumflucht. Das Schloß selbst befindet sich in einer wunderschönen weitgefaßten Parkanlage, deren Höhepunkt mit Sicherheit die "Venusgrotte" darstellt. Diese künstliche Tropfsteinhöhle hat ihren Hintergrund in der Wagner-Oper 'Tannhäuser' und besticht nicht nur durch ein Höchstmaß an räumlicher Illusion, sondern auch durch eine künstlich angelegten See im inneren. Zahlreiche technische Raffinessen zeugen von der Genialität des Erbauers Ludwig. So war die Grotte komplett beheizbar, das Wasser des Sees konnte temperiert und durch eine Wellenmaschine bewegt werden. Ab 1877 konnte die Grotte zudem durch den Einsatz von 24 Lichtbogenlampen beleuchtet und u.a. in rot, rose, grün, gelb und blau illumiert werden. Somit konnte die Grotte dem König als Bühnenbild für verschiedene Szenen aus Wagner-Opern dienen und er liebte es, in einer Gondel auf dem See zu fahren. Desweiteren befinden sich im Park das "Marokkanisches Haus" und der "Maurische Kiosk", welche der König auf der zweiten und dritten Pariser Weltausstellung erwarb. Die "Hundinghütte", die zu Ludwigs Lebzeiten etwas entfernt von Linderhof im Ammerwald nahe der Grenze zu Tirol stand und 1945 abgebrannt ist, wurde 1989/90 rekonstruiert und hat heute ebenfalls ihren Platz im Schlosspark von Linderhof. Ebenso wurde die "Einsiedelei des Gurnemanz" im Jahr 2000 im Linderhofer Schlosspark rekonstruiert. |
Bilder-Galerie |